«Bütt statt Kanzel» ein guter Tausch

Mittwoch, 18.04.2007

«Bütt statt Kanzel» ein guter Tausch

Baesweiler. Nur einmal wird es länger als 30 Sekunden still in der Burg. Sogar etwas besinnlich. Eine gute Stunde hat Willibert Pauels seine Pointen wie vom Blumenlaster vertickt. Schöne Arrangements, im Überfluss. Hat seine Zuhörer in sich selbst verkrümmen lassen. Vor Lachen. Nun ist es Zeit «för e bissche Ernst».

Mit einem Kurzvortrag zur «Theologie des Lachens» lässt der Bergische Jong seine Vorstellung der Extraklasse ausklingen. «Das Wesen der Theologie ist Trost: Und dazu gehört in ganz großem Maße auch das Lachen. Wir müssen keine Angst haben. Lachende sind leicht wie Engel.»

Wenn es jemand genau weiß, dann ist es einer wie er. Der Mann aus Wipperfürth, der eine geistliche Profession hat. Willibert Pauels ist hauptberuflicher Diakon. Viel aus diesem beruflichen Leben erzählt er. Zur Veranstaltung «Kultur nach 8» kündigte Kulturmacher Jürgen Beckers den Profikarnevalisten als einen Kollegen an, der kein Witzeerzähler ist. 200 Gäste, ausverkauft, nahmen den mit roter Knollennase, schwarzem Hut und Hosenträgern drapierten Komödianten lange applaudierend auf.

Als Dankeschön hatte der aus dem Bergischen kommende Mann («Wipperfürth liegt am Gazastreifen des Landes - zwischen Westfalen und dem Rheinland») direkt eine dicke Pointe auf Lager. Der Gottesmann, der einst die Kanzel gegen die Bütt tauschte und großer Colonia-Fan ist, stichelt Düsseldorf an: «Wat sind eine Million Düsseldorfer vor dem Himmelstor?... Die größte Rückrufaktion der Menschheitsgeschichte.» Da bricht der Applaus über ihn herein.

Link: Aachener Nachrichten 18.04.07

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