Pegasus-Orden an «Hausmann»
Jürgen Beckers

Samstag, 20.10.2007

Aachen. Ein roter Teppich und eine weiße Nobelkarosse neben dem «Schnitzenden Penn» vor dem Marschiertor ließen ahnen, dass sich hinter dem wuchtigen Gemäuer Historisches anbahnte. Seit 1995, in der «Neuzeit» zum vierten Mal, verlieh die Stadtgarde Oecher Penn den Pegasus-Orden.

Damit knüpft die Garde an die alte Tradition aus dem 19. Jahrhundert an, als Redner im Karneval sogenannte Pegasus-Reden in Reimform hielten. Daraus sind die von der Oecher Penn ausgerichteten Rednerwettstreite um den Pegasus-Orden entstanden.

Nach OB Jürgen Linden, Kabarettist Wendelin Haverkamp und Handwerkskammerpräsident Dieter Philipp erhielt nun Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann am Freitagabend diese höheren Weihen, begleitet vom Swinging Sound der Sparkassen-Big-Band.

Penn-Kommandant Jürgen Brammertz stellte den neuen Ordensträger und «Protagonisten» dieses stilvollen Festabends mit den Worten vor: «Er ist gelernter Gymnasiallehrer, umgeschulter Kabarettist und Herrchen von Hektor».

Pegasus, das Flügelross aus der griechischen Mythologie, das später zum symbolischen Musenross wurde, ist Namensgeber des Ordens, steht es doch als Synonym für das geflügelte Wort und dichterische Fantasie. Wer, wenn nicht Beckers erfülle die Voraussetzungen für diesen Orden, denn es steht in den Regularien geschrieben: «Heä bruuch för jenge än för nüüß uusjen Weig ze jooeh, mer sall hem ömmer bei de ieschte fenge, wenn et jelt, singe Mann ze stooeh!»

Und so solle sich der Ordensträger um die Öcher Tradition und den Volkskarneval verdient gemacht haben. Laudator war Dieter Philipp (Ordensträger 2003). Auf dem Rücken des geflügelten Pferdes trug er den Festgästen amüsant in Reimform die von ihm erwarteten «geflügelten Worte» vor. Auf den neuen Preisträger gemünzt, sagte er: «Während die Politik noch mäkelt und an der Städteregion rumhäkelt, lebt Jürgen Beckers mit Humor doch längst die neue Einheit vor. Er wär’ für’s neue Parlament der einzig wahre Präsident. Der Pegasus kann dafür bürgen: nehmt nicht Herrn X., nehmt doch den Jürgen. Er ist nicht nur ein Landkreiskenner, der ist jetzt echter Öcher Penner».

Sodann verlieh der Penn-Kommandant unter anhaltendem Beifall den Pegasus-Orden, der «auf den Leib zugeschnitten» einen Hund auf dem Dach des Marschiertores zeigt, das die Kulisse bildet. Nun entschwebte auch Jürgen Beckers in Poesie und Prosa auf dem Flügelpferd in die Welt der Musen, ohne seine Bodenhaftung zu verlieren. Aus seiner Kurzbiograhie erfuhren die Gäste, dass er mit elf Jahren vor seiner Klasse die erste Büttenrede hielt, über Schule, Pfarrkarneval und Kolpingsfamilie in den Karneval hineinwuchs und 1997 zum ersten Mal eine Büttenrede als «Hausmann» hielt, eine Rolle, die zur Grundidee seiner Kabarettprogramme wurde.

2003 erlebte er die Session als Alsdorfer Prinzenpaar und sein Debut im Aachener Karneval gab er ein Jahr später beim «Tierischen Ernst» des AKV als «Taxifahrer». Seine Reden und Programme erwachsen aus der «heimischen Wärme» und dem Miteinander mit und der Beobachtung der Menschen um einen «drumerum». Und so versprach Beckers auch in Reimform: «Danke lieber Pegasus, lasse mich nun auf Dir reiten, zu Dichterhöhen mich geleiten, doch nicht zu hoch, das wäre vermessen, des Volkes Maul niemals vergessen. So ruf’ ich am Ende bescheiden und brav: Penn sei Dank und Oche Alaaf!»

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